Home In Vorpommern ist das öffentliche Leben zum erliegen gekommen

Sturmtief „Keziban“ hat besonders in Mecklenburg-Vorpommern am Sonnabend für chaotische Verhältnisse gesorgt. Bis zu 43 Zentimeter Neuschnee, Sturmböen und meterhohe Schneeverwehungen legten dort denStraßen- und Bahnverkehr lahm. In Mecklenburg-Strelitz, Ostvorpommern und in der Uckermark sind viele Gemeinden von der Außenwelt abgeschnitten. Im Müritzkreis fiel zeitweise die Stromversorgung aus. Gegen Nachmittag nahm das Unwetter an manchen Stellen allmählich ab. In vielen Orten machten Geschäfte vorzeitig zu.
Die Lage sei teilweise noch dramatischer als nach „Daisy“, sagte ein Sprecher im Lagezentrum des Innenministeriums. Auch in anderen Teilen Deutschlands führte das Winterwetter zu Hunderten von Unfällen, bei denen auch Menschen ums Leben kamen. Das Zentrum von Sturmtief „Keziban“ liegt derzeit vor der Ostseeküste. Es zieht im Tagesverlauf Richtung Südfinnland, am Nachmittag soll die Unwettergefahr gebannt sein. Am Dienstag wird das nächste Schneetief in Deutschland erwartet.
Der Deutsche Wetterdienst hat am Sonnabend erneut eine Unwetterwarnung herausgegeben. Starker Schneefall sowie Schneeverwehungen und orkanartige Böen durch ein Tief über Polen haben am Nachmittag weitere fünf bis zehn Zentimeter Neuschnee gebracht. In Verbindung mit Sturmböen kam es besonders entlang der Vorpommernschen Ostesseküste zu starke Schneeverwehungen. Böen traten mit einer Geschwindigkeit zwischen 65 und 80 km/h auf, auf Rügen waren es sogar orkanartige Böen um die 110 km/h. Den ganzen tag blieb es glatt durch Schnee und Eis. Ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes warnte vor dem Betreten von Wäldern. Wegen der großen Schneelast drohten viele Bäume umzustürzen.
In Ostvorpommern war die Straße nach Anklam-Ziethen nach einem Unfall dicht. Rund um Gützkow war kein Durchkommen mehr, und durch bis zu drei Meter hohe Schneeverwehungen war Bömitz, Rubkow, Krenzow, Zarrentin, Kammin und Dargenzin ebenfalls vom Schnee fest umschlungen.
Von starken Schneestürmen berichteten Augenzeugen am Sonnabend Mittag im Uecker-Randow-Kreis. Zudem soll die Landstraße 31 zwischen Ueckermünde und Mönkebude stark zugeschneit und damit kaum noch passierbar gewesen sein. 
wegen meterhoher Schneeverwehungen haben die Bahn AG und private Bahnunternehmen am Samstag den Zugbetrieb auf insgesamt 18 Strecken eingestellt, unter anderem zwischen Bad Kleinen und Lübeck, Stralsund und Greifswald. IC-Züge aus Hamburg endeten bereits in Schwerin. Auf weiteren Abschnitten mussten Reisende mit Verspätungen rechnen, sagte eine Bahnsprecherin. Schienenersatzverkehr konnte aufgrund der Straßenverhältnisse nicht eingerichtet werden. Die Bahn sei mit schwerer Räumtechnik im Einsatz gewesen.
Für den Bahnverkehr wurden unter anderem die Strecken Holthusen-Ludwigslust, Schwerin-Rhena, Schwerin-Parchim sowie die Abschnitte von Rostock nach Wismar, Bad Doberan und Güstrow gesperrt. Eingestellt wurde der Bahnbetrieb auch zwischen Bad Kleinen und Lübeck, Stralsund und Barth, Stralsund und Greifswald sowie auf der Insel Rügen. Behinderungen meldete auch die Usedomer Bäderbahn (UBB). 
Im Landkreis Nordvorpommern sowie auf Rügen brach der öffentliche Personennahverkehr komplett zusammen. Auch der Bahnverkehr musste teilweise eingestellt werden. Im Raum Stralsund gehe nichts mehr, sagte ein Polizeisprecher.
Viele Einsatzkräfte von Polizei, Rettungs- und Winterdiensten waren durch das Verkehrschaos zunächst nicht zum Dienst erschienen. Die Polizei appellierte an die Bevölkerung, unbedingt auf unnötige Fahrten zu verzichten. Die Weiße Flotte stellte den Fährbetrieb in Warnemünde zeitweise ein. Auch die Insel Hiddensee bleibt von der Außenwelt abgeschnitten, seitdem die letzte noch eisbrechende Fähre am Freitag mit Maschinenschaden ausfiel. Quelle: www.nordkurier.de



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Veröffentlicht
12:08:12 31.01.2010

 


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