Home Tiere in Not - Sie brauchen unsere Hilfe

Norvorpommern - Reglos hockt auf einem Damgartener Spielplatz in Richtung Pütnitz ein sichtbar geschwächter Schwan. Ein besorgter Bürger greift zum Telefon und alarmiert die Feuerwehr. Minuten später fangen die Kameraden das Tier ein und retten es vor dem Hunger- oder Kältetod.

Szenen wie diese erleben die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Damgarten inzwischen täglich. „Die Leute rufen momentan sehr oft an. Zwölf Schwäne haben wir inzwischen geborgen. Viele Tiere brauchen aber einfach nur ihr Ruhe“, informiert der stellvertretende Wehrführer Dirk Scholwin. Die Brandschützer bringen die Tiere häufig zu einem Bürger in der Umgebung, der die Vögel auf seinem Hof wieder aufpäppelt und anschließend frei lässt.

Der kalte Winter mit den großen Schneemassen bedroht vor allem die Vögel in der Region, weiß auch Dr. Andreas Osterland, Tierphysiologe der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Nordvorpommern.

„Da wir in der Region eine geschlossene Schneedecke haben, bekommen die Vögel jetzt Probleme Nahrung zu finden“, berichtet er. Osterland fordert die Bürger dazu auf, die Tiere zu füttern. „Der Mensch hat Verantwortung“, sagt er. Der Tierphysiologe empfiehlt vor allem fettreiches Futter, Früchte wie beispielsweise Äpfel sowie Körnernahrung in Form von Meisenknödeln und Sonnenblumenkernen. Nicht gefüttert werden sollte hingegen Brot. „Ich habe selbst ein Vogelhaus und stecke auch jeden Tag Äpfel an die Äste. Die sind dann innerhalb von einem Tag alle weg“, erzählt er. Schwieriger sei hingegen die Fütterung größerer Vögel wie Schleiereulen und Bussarde, die kaum noch Mäuse finden.

Das Prinzip „natürliche Auslese“ dürfe in der hiesigen Region nicht gelten, betont der Experte. Dafür gebe es in Nordvorpommern inzwischen eine zu geringe Population. „Wir haben durch die Verarmung der Landschaft nicht mehr die große Artenvielfalt. Deshalb zählt jetzt der Tierschutzgedanke“, sagt Osterland. „Die Vögel finden absolut nichts mehr zu fressen, und was noch schlimmer ist, nichts zu trinken, da die Seen und Teiche zugefroren sind“, bestätigt Wolfgang Horn vom Tierschutzverein Rostock. Die Bürger sollten deshalb zusätzlich Löcher ins Eis der Dorfteiche hacken.

Ähnlich bedrohlich ist auch die Situation der Wildtiere. Durch die bereits lange andauernden Frost- und Schneeperiode finden Rot- und Damwild zu wenig Nahrung. In der vergangenen Woche hat der Landrat nach Abstimmung mit dem Jagdbeirat, der Kreisjägerschaft und anderen Institutionen bis zum 10. Februar vorerst die Notzeit ausgerufen. Damit sind die Jäger im Landkreis in der Pflicht, das Wild mit angemessenem Futter zu versorgen.

„Wir haben gestern erst einmal auf den städtischen Waldflächen die Wege zu den Futterstellen und die Wiesen frei geschleppt, damit die Tiere dort auch herankommen“, informiert Stadtförster Falk Fleischer. Er gibt den Tieren derzeit Raufutter, beispielsweise Heu. Auffällige Verluste im Wildtierbestand konnte Fleischer bislang jedoch nicht feststellen. Alles bewege sich noch im gewohnten Rahmen. Aber: „Wenn jetzt nochmal ein halber Meter Schnee fällt, dann wird es wirklich kritisch für die Tiere.“  von: VIRGINIE WOLFRAM, Quelle: www.ostsee-zeitung.de


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Veröffentlicht
08:34:58 03.02.2010

 


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