Pommern-Sammlung vervollständigt
Greifswald (OZ) - Die Bedeutung der Unibibliothek (UB) als Bewahrer der Überlieferung Pommerns nimmt zu. Der Vorsitzende der Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst, Dr. Ludwig Biewer, unterzeichnete gestern einen Vertrag, laut dem 35 laufende Meter Bücher und Zeitschriften zum Bestand der alten Bibliothek in der Rubenowstraße gehören.
Noch bis Ende 2009 wurde die Bestände der 1824 gegründeten Gesellschaft in Marburg verwahrt. Unter den Neuzugängen sind 177 Titel, die bisher nicht in Greifswald vorhanden waren. Dazu gehört sehr viel „graue Literatur“, die in Selbstverlagen herausgegeben wurde. Laut Ivo Asmus, dem Referenten der UB für die Pomeranica, sind darunter vor allem Druckwerke, die Hinterpommern betreffen, und in der frühen Bundesrepublik entstanden. Aber auch vorpommersche Lücken, so zur Geschichte Anklams, konnten geschlossen werden.
„Unsere erste Büchersammlung war bis 1945 Dienstbibliothek des preußischen Staatsarchivs Stettin“, erläuterte Biewer. In der Oderstadt befindet sich ein Restbestand bis heute. „Kurz nach der Wiedergründung der Gesellschaft mit Sitz in Hamburg begann auch der Neuaufbau einer Bibliothek“, so Ludwig Biewer weiter. Die Wende habe die Gesellschaft für pommersche Geschichte vor dem absehbaren Ende wegen Mangel an Nachwuchs gerettet. 1992 wurde eine Abteilung Vorpommern gegründet, 1998 der Sitz nach Greifswald verlegt. Die Gesellschaft zählt heute wieder 640 Mitglieder, darunter etwa 400 in Vorpommern. Einen guten Teil des Wachstums hat die Bibliothek dem Tausch anderer Druckwerke mit Exemplaren ihrer wissenschaftlichen Zeitschrift zu verdanken. „Die Baltischen Studien sind fast 180 Jahre alt“, erinnerte deren Schriftleiter, der Universitätsarchivar Dr. Dirk Alvermann. Sie steht im Internet dank finanzieller Unterstützung der pommerschen Geschichtsgesellschaft digitalisiert zur Verfügung. „Dass in einer so ehrwürdigen wissenschaftlichen Zeitschrift per Volltextsuche nach jedem Ort, jeder Persönlichkeit gesucht werden kann, ist schon etwas Besonderes.“ Für die Leser der Universitätsbibliothek ergibt sich durch die Übernahme vieler Zweitexemplare ein praktischer Nutzen. „Wir können viele rigorose Nutzungsbeschränkungen aufheben“, sagte UB-Direktor Dr. Peter Wolff. Damit wird in vielen Fällen auch eine Ausleihe nach Hause möglich. Für besonders wertvolle Bände bleibt es bei der Benutzung ausschließlich im Lesesaal. von ECKHARD OBERDÖRFER, Quelle: www.ostsee-zeitung.de
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| Veröffentlicht 07:45:02 04.03.2010 |
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